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Schweizer Politiker: blind, besoffen, beinamputiert

09.05.2007 11:54:28

von Andreas Goerdes

SCHWEIZ (BlindNews) So Mancher fragt sich dieser Tage, was mit Schweizer Politikern geschehen ist. Da staunt der Unwissende nicht schlecht, wenn er auf Plakaten und Postkarten den Innenminister als trostlosen Alkoholiker sieht. Der Finanzminister scheint ein Saufkumpan zu sein, oder ertränkt er seinen Kummer darüber, dass er im Rollstuhl sitzt? Der Justizminister ist erblindet aber klar im Kopf - das ist auch besser so - Denn der beinamputierte kann nüchtern schon kaum laufen.

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Am 17. Juni wird in der Schweiz über die Reform der Invaliditätsrente abgestimmt. Das interesse der Bevölkerung für diese Abstimmung hielt sich in Grenzen. Behindertenverbände und -organisationen fürchten, dass die Reform zu massiven Leistungskürzungen führen wird. Der Gewerkschaftsbund SGB startete aus diesem Grund eine Kampagne, die Spitzenpolitiker auf den Fotomontagen zeigt.

Jeder kann in die Lage geraten, auf fremde Hilfe und teure Hilfsgeräte angewiesen zu sein, ist die Botschaft der Kampagne. "Wir stellten fest, dass Behinderung ein Angstthema ist wie der Tod. Damit wollen viele nichts zu tun haben. Also mussten wir den Leuten zeigen, dass es jeden treffen kann.", erklärt Kampagnenleiter Pietro Cavadini.

Die 60.000 Euro teure Kampagne hat ihre Wirkung gezeigt. In der Schweiz wurde damit eine Diskussion ausgelöst, die das Land spaltet. In Fernsehdiskussionen, Rundfunksendungen, Zeitungsberichten, und Internetforen - überall erhitzen sich die Gemüter darüber, ob man Behinderte so darstellen darf.

Der Präsident der Schweizer Werber, Frank Bodin ist über die Wirkung und Tragweite der Kampagne erstaunt. Er ist davon überzeugt, dass die Beteiligung an der Abstimmung in Millionenhöhe ausfällt.

Kampagne missbraucht ungefragt Behinderte

Die Schlagersängerin Vanessa Grand will Klage gegen den Gewerkschaftsbund einreichen. Auf den Fotomontagen ist die auf dem Rollstuhl angewiesene Sängerin mit dem Kopf des Finanzministers Merz zu sehen, der als Alkoholiker dargestellt wird.

"Überall sehe ich dieses geschmacklose Foto von mir", prangert die Walliserin im "Sonntags Blick" an. "Ohne mich vorher zu fragen. Was der Gewerkschaftsbund sich da erlaubt hat, ist eine Sauerei!"

Seitens des SGB-Kampagnenleiter Pietro Cavadini hieß es lapidar in einer Stellungnahme, dass man die Fotos in einer Bildagentur erworben habe. Kritik muss Cavadini auch aus den eigenen Reihen einstecken. Auch wir haben Leute, die finden, das dürfe man nicht, damit gingen wir zu weit. Die wenigsten der Abstimmenden sind von dieser Vorlage betroffen, also müssen wir Betroffenheit auslösen. Es war uns klar, dass das einen Aufschrei geben wird.", so Cavadini, der die Ansicht vertritt, das der Zweck die Mittel heiligt. "Auch habe der Gewerkschaftsbund die Zustimmung derjenigen Behindertenorganisationen eingeholt, die das Referendum gegen die IV-Revision unterstützen."

Warum die Kritik von vielen Behindertenverbänden an der Zwangsverheiratung von Behinderung und Alkoholismus außer Acht gelassen wurde, ließ Cavadini offen.

Ob der Zweck die Mittel heiligt, oder ob der Zweck scheinheilig ist, darüber kann nur Spekuliert werden. Die wahren Motive kennen nur der geistige Vater der Kampagne, Pietro Cavadini und seine Freundin, die mit der plakativen Umsetzung des Projekts in ihrem Tessiner Medienbüro beauftragt wurde.

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