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Todesfahrer streitet Sehbehinderung ab

04.06.2007 16:17:17

von Andreas Goerdes

WÜRZBURG (BlindNews) Vor dem bayrischen Landgericht in Würzburg sollte sich am Montag ein 48-jähriger Winzer in einem Berufungsverfahren erneut verantworten. Der hochgradig sehbehinderte Angeklagte soll ohne Fahrerlaubnis mit einem Traktor einen tötlichen Unfall verursacht haben . Der Beschuldigte gab am Montag zu Protokoll, dass er davon ausging, dass er fahren dürfe.

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Der Winzer ist durch Diabetes auf einem Auge blind und auf dem anderem Auge stark seheingeschränkt. Aus diesem Grund wurde ihm bereits 1992 ein Fahrverbot erteilt. Am Ostersamstag 2005 fuhr der fast blinde Winzer trotzdem mit einem Traktor durch den kleinen Ort Fahr im Kreis Kitzingen. Bei dieser Fahrt erfasste der Winzer eine 74-jährige Rentnerin und verletzte diese schwer. Die Frau zog sich bei dem Unfall einen Schädelbasisbruch zu und verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus. Der Traktorfahrer bemerkte den Unfall nicht und fuhr weiter.

Im vergangenen Juli wurde der Winzer vom Amtsgericht Kitzingen wegen fahrlässiger Tötung zu einer 12-monatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Der damals ermittelnde Staatsanwalt war mit der geringen Strafzumessung unzufrieden und legte Berufung ein.

Das Berufungsverfahren, das auf Montag dem 04.06.2007 festgelegt war, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Beschuldigte gab über seinen Anwalt zu Protokoll, dass sein rechtes Auge vor dem Unfall mit Laser behandelt wurde. Die Behandlung soll in der Uni-Klinik in Erlangen durchgeführt worden sein und danach habe er keine Sehbeeinträchtigung mehr feststellen können. Weiters gab der Winzer an, dass es im Ort allgemein bekannt sei, dass er sowohl Auto als auch Traktor fahre.

Der Vorsitzende Richter Arno Hess zeigte sich erstaunt über die Aussage des 48-jährigen. Denn von der "Wunderheilung" habe der Beschuldigte bislang nichts erzählt. Beim nächsten Verhandlungstermin sollen die behandelnden Augenärzte des Angeklagten als Zeugen gehört werden.

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