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Audiodeskription auf chinesisch

08.08.2007 10:59:23

BEIJING (cri) In einem kleinen Gehöft an der westlichen Guloustraße schaut sich Da Wei den Film im Fernseher an und erzählt, was in der Szene geschieht. Mit ihm sitzen ein paar Menschen im Zimmer. Sie lauschen gespannt den Worten Da Weis. Ihre Gesichter sind konzentriert und angespannt, als ob sie mitten in der Szene wären. Sie sind blind.

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Das einfache Zimmer hat den schönen Namen "Kino der Herzensaugen". Fast jeden Samstag erzählt Da Wei hier kostenlos Filme für Blinde. Wer ist Da Wei? Warum erzählt er Blinden Filme?

Da Wei und seine Frau Zheng Xiaojie gründeten im Juli 2003 das Ausbildungsinstitut "Hongdandan-Zentrum für Ausbildungs- und Kulturaustausch". Das Zentrum bietet für Behinderte vielfältige Ausbildungen im Tanzen und Singen an und gibt auch rechtliche Hilfestellung. In den vergangenen Jahren hat das Hongdandan-Zentrum viele Veranstaltungen für Behinderte organisiert.

"Unser Zentrum setzt sich für die Ausbildung von Behinderten ein. Es gibt eine große Nachfrage von Behinderten. Behinderte sind im Vergleich mit nicht behinderten Menschen in vielen Situationen benachteiligt. Dies beeinflusst ihre Lebensqualität negativ. Durch unsere Bemühungen wollen wir behinderten Menschen helfen."

Da Wei sah viele Wünsche Behinderter und wollte ihnen helfen. Er gründete unter anderem das Kino der Herzensaugen, um Blinden Filme zu zeigen. Wie kam Da Wei auf die Idee, Blinden Filme zu erzählen? Seine Frau Zheng Xiaojie erzählt uns eine Geschichte: "Als einmal ein Blinder in unserem Haus untergebracht war, wollte Da Wei ihm ausländische Filme zeigen. Der Blinde sagte, er hätte noch nie einen Film gesehen. Er könne sich darunter gar nichts vorstellen. Da Wei sagte, er könne ihm die Szenen erzählen. An diesem Tag erzählte er den Film 'Terminator'. Im Anschluss an den erzählten Film hat der Blinde ihn in den Arm genommen und ganz aufgeregt gesagt, er sei sehr glücklich. Es sei der glücklichste Tag seines Lebens. Er hatte zum ersten Mal einen Film gesehen. Von da an plante Da Wei, ein Kino für Blinde einzurichten, um auch blinden Menschen diese Form der Unterhaltung zu ermöglichen."

Bei seiner ersten Erzählung eines Films für Blinde hatte Da Wei nur den Wunsch, dass der Blinde den Film verstehen könne. Obwohl er keine Erfahrung damit hatte, war der Effekt unerwartet positiv: "Beim ersten Mal erzählte ich einen englischsprachigen Film. Ich musste also sowohl die Texte übersetzen als auch die Szenen beschreiben. Das war die ganze Zeit sehr spannend. Ich war sicher, nicht sehr gut erklärt zu haben. Aber der Blinde hat den Film problemlos verstanden. Er war sehr aufgeregt, weil er sich zu den Tönen jetzt auch die passenden Bilder vorstellen konnte. Von da an wusste ich, dass Blinde auch Filme genießen können."

Im Winter 2004 wurde das Kino der Herzensaugen im Hongdandan-Zentrum eröffnet. Für Blinde war es bis dahin nur ein Traum, Filme sehen zu können. Bis dahin hatten sie nur die Möglichkeit, Filme zu hören. Abschnitte ohne Ton konnten sie nicht verstehen. Da Wei sagt, wenn er einen Film erzähle, beschreibe er jede Szene. Er wolle die visuellen Eindrücke durch seine Erzählung für Blinde sichtbar machen. Wenn sie sich die Bilder vorstellen können, würden sie den ganzen Film verstehen können.

Im Kino der Herzensaugen wird fast jeden Samstag ein Film gezeigt. Obwohl das Zimmer klein ist, obwohl die Anlagen ganz einfach sind, ist die Begeisterung der Blinden für die Filme unbeschreiblich. Vor dem kleinen Fernseher werden die Blinden oft von den Filmen tiefbewegt.

Die Blinden freuen sich auf das Kino der Herzensaugen. Zhao Tongxi wohnt in der Niujie-Straße im Xuanwu-Bezirk. Der Weg zum Kino kostet ihn jedes Mal eine Stunde. Aber das ist ihm egal. Er hat hier schon Dutzende Filme gesehen, darunter Titanic, Kleiner Soldat Zhang Ga, Prinzessin Sissi und viele andere. Er sagt, durch die Erklärungen und Beschreibungen von Da Wei könne er die Filme gut verstehen. Das sei viel besser als die Filme im Fernsehen oder im Radio zu hören: "Durch die Erklärung kann ich die Inhalte der Filme besser verstehen. Da Wei beschreibt auch die Szenen ohne Ton ausführlich. Deshalb kann ich es mit den anderen Szenen verbinden und mir den Film wirklich vorstellen. Ich fühle mich wohl, wenn ich einen Film mit seiner Beschreibung gehört habe."

Verschiedene Filme bringen verschiedene Gefühle. Yang Linshan spricht viel über die Filme, die er in diesem Kino gesehen hat. Hier spürt er wie sehende Menschen auch die Stimmung in Filmen, die Fröhlichkeit oder auch die Trauer, die manche Szenen begleiten. "Im Kino werden viele verschiedene Filme gezeigt. Die Szenen von Con Air zum Beispiel sind sehr spannend und das Baby im Film Baby Plan ist sehr süß und die Schauspieler spielen mit viel Humor. Ich höre diese Stimmung sehr deutlich und ich habe fast Augen in meinem Herzen. Ich erlebe große Freude hier."

Das Kino bringt den Blinden große Freude. Wegen dieser Freude lieben die Blinden das Kino. Auch wenn es regnet oder schneit, hat das Kino immer Zuhörer. Li Ying erinnert sich an einen Schnee-Tag Ende des vergangenen Jahres. Der große Schnee hat sie nicht gehindert, zum Kino zu gehen. Obwohl es draußen schneite, war das Zimmer durch den Film und die Erzählungen von Da Wei von Wärme erfüllt: "Ich bin gern hier und höre gern Filme. Ich wohne weit entfernt von hier. Damals gab es viel Schnee und niemand wollte mich zum Kino begleiten. Ich wollte jedoch unbedingt zum Kino. Es bedeutet mir sehr viel, Filme hier zu hören."

Sehende Menschen bekommen 70 bis 80 Prozent der Informationen durch ihre Augen. Aber Blinden fehlen diese Informationen und oft können sie die Töne von Aktionen auch nicht verstehen. Sie können nur durch Blindenschrift und Abtasten der Dinge um sie herum die Welt kennenlernen.

Die Mitarbeiter des Hongdandan-Zentrums wollen den Blinden dabei helfen, mehr über die Gesellschaft zu erfahren. Das Erzählen von Filmen ist eine gute Methode, blinde Menschen mit visuellen Informationen zu versorgen. Da Wei freut sich darüber, dass viele Blinde sich durch sein Kino verändert haben: "In Filmen gibt es Geschichten, lebhafte Sprache, literarische Ideen und menschlichen Geist. Filme verbreiten viele wertvolle Informationen. Wir wählen oft Filme, die interessante Informationen bringen. Manche Blinde wurden leicht zornig. Nun haben sie sich verändert. Sie behandeln Probleme nicht mehr mit einer passiven Haltung."

In den vergangenen mehr als zwei Jahren hat das Kino der Herzensaugen über 70 Filme gezeigt. Mehr als 1.000 Blinde haben hier Filme gehört. Um Filme besser erzählen zu können und Blinde besser zu verstehen, hat Da Wei einmal seine Augen verbunden und ist lange Zeit so herumgelaufen: "Ich habe einmal meine Augen verbunden und bin unter der Leitung von meiner Frau lange herumgelaufen. Nichts sehen zu können hat mir Angst gemacht. Das halte ich für normal. Aber das ist das tägliche Leben von Blinden. Ich habe dadurch die Situation von Blinden erkannt und weiß jetzt, welche Informationen blinde Menschen brauchen."

Auf der Grundlage von Verständnis kann man bessere Hilfe anbieten. Die Mitarbeiter des Hongdandan-Zentrums kennen die Bedürfnisse von Blinden und gewinnen deshalb ihr Vertrauen.

Aber das inoffizielle Institut geriet in Schwierigkeiten. Sie konnten die Hausmiete nicht beschaffen. Da Wei hat sein Honorar auch an das Zentrum abgegeben. In den schwierigsten Zeiten erhielten die Mitarbeiter des Zentrums sogar gar keine Löhne. Manche Menschen verstehen die Aktionen des Zentrums nicht. Sie halten sie für sehr dumm oder meinen, dass das Zentrum andere Absichten hat. Da Wei und Zheng Xiaojie fühlen sich sehr traurig, wenn sie von anderen Menschen missverstanden werden: "Als wir versucht haben, Gelder zu beschaffen, haben manche Menschen uns missverstanden. Sie dachten, wir nutzen die Blinden, um Geld zu verdienen. Daran haben wir nie gedacht. Wir wollen Blinden helfen. Damals waren wir sehr traurig."

Glücklicherweise kennen heute immer mehr Menschen das Institut. Sie helfen und bieten Unterstützung. Einige Firmen schenkten dem Zentrum Computer und Geld. Viele Menschen wollen als Freiwillige den Behinderten im Zentrum helfen. Zheng Xiaojie ist davon sehr berührt: "Die Hilfe der Gesellschaft hat uns ermutigt. Wir sind nicht mehr allein. Wir finden, die Atmosphäre ist immer besser geworden. Wir haben etwas Richtiges getan. Wir haben trotz aller Schwierigkeiten durchgehalten und werden das auch weiter tun."

Immer mehr Freiwillige kommen zum Kino, um Blinden Filme zu erzählen. Zheng Xiaojie sagt, es hätten sich bereits über 100 Menschen angemeldet.

Wen Qiufang ist Anwältin. Nachdem sie im Fernsehen die Geschichte von Da Wei und seinem Kino für Blinde gesehen hat, ging sie als Freiwillige zum Kino. Sie hat für die Blinden die Filmserie Prinzessin Sissi vorbereitet. Am Anfang dachte sie, einen Film zu erzählen müsse sehr einfach sein. Aber sie stellte schnell fest, dass es nicht so ist: "Eigentlich hielt ich Filmerzählung für einfach. Ich bin Anwältin und sehr sprachgewandt. Ich habe es zu Hause erst einmal probiert. Als ich den Film ansah und beschreiben wollte, wusste ich nicht, was ich sagen sollte. Eine Szene enthält so viele Informationen. Wenn man in kurzer Zeit alle Informationen richtig ausdrücken will, ist es sehr schwer."

Bei ihrer ersten Erzählung vor Blinden war Wen Qiufang sehr nervös. Im Gericht sei sie nicht so nervös. Sie hatte Sorge, dass sie nicht gut den Film beschreiben könne. Aber im Anschluss an ihre erste Erzählung war sie sehr erfreut: "Ich bin sehr froh. Das ist für normale Menschen keine komplizierte Sache. Aber die Blinden können davon profitieren. Wenn sie sich freuen, freue ich mich auch."

Dank der Hilfe von Da Wei und seiner Frau, den Mitarbeitern des Hongdandan-Zentrums und allen Freiwilligen vergnügen sich die Blinden bei Filmen. Sehende Menschen helfen den blinden Menschen und erhalten ebenfalls große Genugtuung. Dazu Zheng Xiaojie und Da Wei: "Ich weiß, die Blinden vertrauen uns und unserem Zentrum. Das ist das größte Geschenk für uns. Wir tun etwas Wichtiges und Richtiges. Die Menschen, denen wir helfen, profitieren davon. Das ist wertvoll für uns und ist auch unsere Triebkraft." "Warum haben wir so lange durchgehalten? Weil wir unseren Glauben gefunden haben. Ich tue es nicht für mich selbst. Mein Wert liegt darin, dass ich vielen Menschen helfen kann."

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