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Blinder quält Blindenführhund: Prozess am 7. November

03.11.2007 21:13:56

von Andreas Goerdes

KREFELD (BlindNews) Gemeinsam mit dem Veterinäramt haben am 22.12.2006 Vertreter von "Charity für Tiere/Tierhof-Straelen" Strafanzeige wegen Tierquälerei gegen einen Blindenführhundhalter aus Krefeld erstattet. Jetzt muss sich der 38-jährige blinde Angeklagte am Mittwoch vor dem Krefelder Amtsgericht verantworten.

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Nach Zeugenaussagen und einem vorliegenden Videofilm hat der Krefelder schon im Juni vergangenen Jahres seinen eigenen Blindenführhund mehrfach und über einen längeren Zeitraum brutal misshandelt. Die Aufnahmen auf dem Video, das eine Bekannte des 38-jährigen heimlich gedreht hat, bestätigen den Verdacht des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Das Video zeigt, wie zwei Blindenhunden immer wieder die sehr empfindlichen Ohren verdreht werden, bis die Tiere vor Schmerz aufschreien, und wie sie ins Gesicht sowie auf die Nase geschlagen werden. Die Misshandlungen werden von zynischen Kommentaren des Tierhalters begleitet: "Ich kann dich nicht hören, hast Du kein Gefühl mehr?" Wenn der Hund dann wieder vor Schmerz schreit, schlägt Herr q. ihm auf die Schnauze (Name aus Datenschutzgründen gekürzt). Mittlerweile ist der Blindenhund wieder von der Blindenführhundschule, in der er etwa acht Monate lang ausgebildet wurde, zurückgeholt worden.

Herr q. lebt mit seiner ebenfalls blinden Lebensgefährtin, der der Blindenhund Olga (Labrador) gehört, in häuslicher Gemeinschaft. Zeugenaussagen bestätigen, dass Olga, deren Misshandlung deutlich auf dem Video zu erkennen ist, darüber hinaus als Blindenhund geführt wird, obwohl sie alt, übergewichtig und fast blind ist. Dieser Sachverhalt ist ebenfalls ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Seit Januar lebt die Labradorhündin auf den Tierschutzhof Straelen. Martina Retthofer vom Verein "Charity für Tiere ", die den "Tierhof" betreibt, hofft , dass Olga nie mehr zu dem Menschen zurück muss, der die Blindenführhündin gequält hat. Dies hängt allerdings vom Gerichtsentscheid am kommenden Mittwoch ab; denn wenn keine deutliche Strafe ausgesprochen wird, ist zu befürchten, das Olga zurück zu ihren Peiniger muss.

Dass die Blindenführhündin Olga aus den "Klauen" von Herrn q befreit wurde,hat die Hündin vorallem den unermüdlichen Einsatz von Martina Retthofer und den Medien zu verdanken. Polizei und Staatsanwaltschaft waren am Fall "Olga" zunächst nicht interessiert. Einem Bericht von "Onlineradio DCRS" zu Folge kannte die Polizei Krefeld bei der Anzeigenerstattung von Martina Retthofer den § 17 des Tierschutzgesetzes (nach welchem Mißhandlungen an Tieren strafbar sind) nicht. Dieser Paragraph sei nicht im Computer. Die zuständige Staatsanwältin Esser äußerte laut "DCRS", dass man dem Mann kurz vor Weihnachten den Hund nicht wegnehmen könne. Der Oberstaatsanwalt Menden soll sich dieser Meinung angeschlossen haben. Oberstaatsanwalt Menden war der Ansicht, dass eine Straftat vorliegt,jedoch seien dafür die Ämter zuständig. Schließlich könne er den Hund nicht beschlagnahmen und bei sich ins Büro stellen.

Die Westdeutsche Zeitung (WZ) kommentiert die Aufnahmen so: "Auch wenn sie verwackelt und unscharf sind: Bei den Video-Bildern möchte der Betrachter die Augen schließen oder den Kopf vom Bildschirm wegdrehen. Und auch dann müsste er sich noch die Ohren zuhalten, um das erbärmliche Winseln nicht mehr zu hören. Die Aufnahmen, die der WZ vorliegen, zeigen einen Mann, der einen schwarzen Labrador an den empfindlichen Ohren packt, ruckartig an ihnen zieht und sie verdreht. Außerdem schlägt er gegen den Kopf des Hundes, ruft 'Schnauze', als das Tier vor Schmerzen aufjault."

Ein weiteres Video, dass auf Youtube Titelt "Mann foltert seinen eigenen Blindenhund ", zeigt die ungehemmte brutalität des blinden Krefelders.

Der Fernsehsender Sat1 war mit Martina Retthofer bei Herrn q. Die Rechtfertigung seiner brutalen Attacken gegen Olga spotten jeder Beschreibung. DasSat1-Video wurde von Google veröffentlicht.

Verhandlungstermin in Sachen "Blindenführhund Olga":

Mittwoch, den 7. November 2007, 10.30 Uhr, Amtsgericht Krefeld, Nordwall 131, 47798 Krefeld, Sitzungssaal H 205, 2. Etage. Die Verhandlung ist öffentlich.

KOMMENTAR von Andreas Goerdes

Tierquälerei ist offenbar immer noch ein Kavaliersdelikt, obwohl der Gesetzgeber Gewalt an Tieren untersagt. Wenn man dem Bericht von DCRS glauben schenken darf, muss man sich die Frage Stellen, ob das Papier es Wert ist, auf dem diese Gesetze stehen. Für den Fall Olga ist zu hoffen, dass das Gericht ein Urteil fällt, das deutlich macht, das Gewalt in einem Rechtsstaat keinen Platz hat - egal ob an Mensch oder Tier. Im Fall Olga würde das heißen, dass ein lebenslanges Tierhalte-, Betreuungs- und Umgangsverbot ausgesprochen wird, damit Herr q. nie wieder ein Tier quälen kann.

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