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Neues Verfahren gegen Hornhautausbeulung – Augenklinik bietet Vernetzung statt Transplantation

04.05.2007 09:59:52

BOCHUM – Etwa einer von 2000 Menschen erkrankt am so genannten Keratokonus, einer Hornhautausbeulung. Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen, regional jedoch kommt es zu Unterschieden: Im Ruhrgebiet und im Bochumer Umland tritt der Keratokonus gehäuft auf. Lichtempfindlichkeit und Reflexionen machen sich am Anfang bemerkbar, später verschlechtert sich die Sicht oft erheblich, so dass bislang eine Hornhauttransplantation notwendig war. Ein neues Verfahren, das die Augenklinik der Ruhr-Universität im Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer (Direktor: Prof. Dr. Burkhard Dick) anbietet, kann Patienten das nun ersparen. Mittels einer Vitaminbehandlung und anschließender Bestrahlung wird die erkrankte Hornhaut so gefestigt, dass das Fortschreiten der Krankheit gestoppt wird.

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Eine Erklärung für die regionale Häufung der Hornhautausheulung könnte in der Vererbbarkeit der Krankheit liegen: In sechs bis 15 Prozent der Fälle scheinen mehrere Familienmitglieder betroffen zu sein. Der Keratokonus beginnt typischerweise in der Pubertät und schreitet in den nächsten zehn bis 20 Jahren voran. Zunächst macht sich die Krankheit durch Lichtempfindlichkeit und Probleme mit Reflexionen bemerkbar. Brillen und manchmal spezielle Kontaktlinsen können helfen. Im fortgeschrittenen Stadium bildet sich ein Nebel auf der Hornhaut, die Hornhaut vernarbt und wird dünner, die Sicht verschlechtert sich erheblich. Bei jedem fünften Patienten schreitet die Krankheit soweit voran, dass bislang eine Hornhauttransplantation erforderlich war.

Die neue Behandlungsmethode - auch als Corneal Cross Linking (CCL) bekannt - ist ein CE-zertifiziertes, operatives Verfahren, entspricht also den Gesundheitsrichtlinien der EU. Die unzureichend feste Hornhaut wird mit Riboflavin (Vitamin B2) und nachfolgender 30Minuten Bestrahlung des Hornhautgewebes mit UVA Licht behandelt, wodurch sich zusätzliche Verbindungen zwischen den einzelnen Kollagenfasern erzeugen lassen, so genannte Quervernetzungen. Die einzelnen Fasern bilden somit untereinander ein "dichteres Geflecht", das die Hornhaut festigt. Ein weiteres Fortschreiten der kegelförmigen Verwölbung der Hornhaut wird damit gestoppt. Nach der Behandlung kann die Sehkraft des Patienten mit einer angepassten Brille oder mit Kontaktlinsen optimiert werden.

Bisher hat sich dieses relativ junge Verfahren, das in Dresden entwickelt wurde, bei allen Patienten bewährt. Langzeitstudien liegen naturgemäß noch nicht vor. Sollte sich herausstellen, dass die Verfestigung der Hornhaut kein lebenslanger Effekt ist, spricht derzeit nichts dagegen, die Behandlung im Bedarfsfall zu wiederholen. Im Einzelfall überprüft die Krankenkasse die Kostenübernahme dieser innovativen Behandlungsform, wobei die Bochumer Universitätsaugenklinik den Patienten Hilfe bei der Antragstellung bietet.

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Informationsquelle: Informationsdienst Wissenschaft

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