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Patient erblindet – Krankenhaus muss 60.000 Euro Schmerzensgeld zahlen

01.08.2007 10:58:54

von Andreas Goerdes

OSNABRÜCK (BlindNews) Das niedersächsische Landgericht in Osnabrück hat einen 56-jährigen Mann, der durch einen groben Behandlungsfehler erblindet ist, ein Schmerzensgeld in Höhe von 60.000 Euro zugesprochen. Darüber hinaus verpflichtete das Gericht das Krankenhaus, alle weiteren Folgekosten zu übernehmen.

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Von unerträglichen Kopfschmerzen gepeinigt, verständigte 2001 der damals 50-jährige Osnabrücker einen Notarzt. Dieser wies ihn wegen des Verdachts einer Hirnblutung umgehend in ein Krankenhaus ein. In der Notaufnahme schloß ein Neurologe auf Grund der Symtome ebenfalls auf eine Hirnblutung - eine Computertomografie bestätigte den Verdacht jedoch nicht.

Der Patient wurde in einem Notzimmer untergebracht, da das Krankenhaus ausgelastet war. In den darauffolgenden zwei Stunden verschlechterte sich der Zustand des Mannes dramatisch.

Der Patientenanwalt Heinz-Peter Fabian äußerte gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung die Vermutung, dass es in den zwei Stunden zu einer Glaskörpereintrübung gekommen sei. Der heute 56-jährige sieht auf dem linken Auge nur noch hell und dunkel, das rechte Auge ist völlig erblindet.

Mehrere Gutachter der neurochirurgie und Augenheilkunde wurden von der 2. Kammer des Landgerichts Osnabrück gehört. Diese sprachen übereinstimmend von einem groben Behandlungsfehler. Um eine Hirnblutung diagnostizieren zu können, reiche eine Computertomografie nicht aus. Der Patient hätte sofort auf die Intensivstation gebracht werden müssen, um seine Körperfunktionen genaustens zu überprüfen. Die Gutachter waren sich darüber einig, dass die rund zwei Stunden, die verloren gegangen sind, zu der Erblindung führten.

Der 56-Jährige gelernte Lackierer lebt jetzt von einer Berufsunfähigkeitsrente. Das Gericht sprach dem Mann zu dem Schmerzensgeld einen Verdienstausgleich zu, der bis zum regulären Renteneintritt gezahlt werden muss. Darüber hinaus ordnete das Landgericht an, dass das Krankenhaus die materiellen Folgekosten der Erblindung tragen muss.

Das Urteil, so berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung, wurde bereits im April dieses Jahres gesprochen. Das Krankenhaus legte gegen das Urteil Berufung ein und zog diese wieder zurück. Damit ist das Urteil jetzt rechtskräftig geworden.

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