Domainfactory: Eigene Domain, Webspace, Webhosting, Domainparking, E-Mailadresse mit eigener Top Level Domain.
Sie sind hier: Startseite / Politik / Barrierefrei – Kremsmünster ...

Barrierefrei – Kremsmünster in Pole-Position

26.04.2007 06:30:43

von Martin Szelgrad

KREMSMÜNSTER – Die oberösterreichische Gemeinde Kremsmünster ist eines der Vorzeigebeispiele für begeisternde E-Government-Aktivitäten. Den Bürgern werden die Amtswege erleichtert, Gemeindeinformationen und sogar Web-TV geboten.

Freizeittip: Ein außergewöhnliches Abendessen im Dunkeln bietet das Dinner in the dark im Dunkelrestaurant in Wien

Kremsmünster als Vorzeigebeispiel für die moderne Verwaltung: barrierefreie Website, Bürgerkartenanwendungen, zielgruppenorientiert und inklusive Gemeinde-TV. Anfangs war es das Interesse an Öffentlichkeitsarbeit, dann eignete sich Reinhard Haider, Amtsleiter der Gemeinde Kremsmünster, selbst die nötigen Programmierkenntnisse an. Man schrieb das Jahr 1996, als in der idyllischen Klosterstadt in Oberösterreich etwas begonnen wurde, das heute als Vorläufer des E-Governments gilt. "Doch eine einfache Website hätte auf Dauer natürlich nicht ausgereicht", erzählt Haider heute. Also wurde bereits ein Jahr später gemeinsam mit dem Partner RiS die Gemeindeplattform "RiS-Kommunal" gebastelt. Der IT-Dienstleister saß im nur 20 Kilometer entfernten Steyr - möglicherweise mit ein Grund, warum das Contentmanagementsystem heute Marktführer bei Gemeinden in Österreich ist. Die Beteiligten legten in ihrer engen Zusammenarbeit von Anfang an großen Wert auf leichte Bedienbarkeit und ein ansprechendes Look-and-Feel der Plattform. Diese einmalige Entwicklung kam vor kurzem der bereits tausendsten Gemeinde zugute. 2006 wurde die Applikation auch absolut barrierefrei gestaltet. Aus gewichtigem Grund: Mit 1. Jänner 2008 sieht das österreichische E-Government-Gesetz die zwingende Umstellung von Websites der Verwaltung in barrierefreie Zonen vor. Für den Kremsmünsterer ist die Entwicklung dieses Systems einfach "eine schöne Sache", die nun vielen zugute komme. "Man muss das Rad ja nicht jedes Mal neu erfinden", meint Haider.

E-Government-Pionier Reinhard Haider werkt derzeit gemeinsam mit dem Partner help.gv.at an einer Plattform für Terminmanagement. Pilotprojektgemeinde. Kremsmünster besitzt eine der am besten betreuten Gemeindehomepages Österreichs und wird von der Szene gerne in E-Government-Pilotprojekte eingebunden. Für die Mitarbeiter des Kremsmünsterer Gemeindeamts ist der Umgang mit Internet und E-Mail schon längst zur täglichen Selbstverständlichkeit geworden - ein Umstand, der nicht unbedingt auf jede Kommune in Österreich zutrifft. Für rund 6450 Kremsmünsterer bietet das Portal Informationen aus den verschiedensten Bereichen: Betriebe, Vereine, Privatpersonen, Bildung, Soziales. Die Gemeinde schafft es damit, ihren "Kunden" - Bürgern und Wirtschaft - rund um die Uhr Interaktion per E-Mail, downloadbare Formulare, Diskussionsforum, Veranstaltungskalender bis hin zu aktuellen Wasserwerten, Routenplaner oder die Wettervorhersage der Sternwarte Kremsmünster anzubieten. Das Pilotprojekt "Bezahlen der Gemeindeabgaben per Internet" wurde bereits vor Jahren gelauncht.

Ein Domainpaket bietet den Kremsmünsterern die Möglichkeit, eine Subdomain samt E-Mail-Adresse mit "kremsmuenster" als Bestandteil zu erhalten. Für die Wirtschaft wurde ab März 2001 ein Online-Shop mit integriertem Bestellsystem eingerichtet, auf dem mehr als 20 Betriebe ihre Produkte am virtuellen Marktplatz Kremsmünster präsentieren und verkaufen können. Besonders beliebt bei der Bevölkerung sind die Möglichkeiten des E-Governments, der "virtuelle Amtsweg". Erst mit der Homepage als Plattform war es möglich, ein Behördenintranet zwischen dem Land und den Gemeinden Oberösterreichs aufzubauen.

Amtsweg im Netz. Im Projekt "@mtsweg online", das mit dem help.gv.at-Server des Bundes vernetzt ist, kann jeder Bürger an seine Gemeinde ein Antrags- oder Abrechnungsformular senden, das für ganz Österreich einheitlich gestaltet ist. Derzeit bereits online sind Formulare wie Meldeauskunft, Hundeanmeldung, Kommunalsteuererklärung oder Verlustmeldung. "Ein Ding ergab das andere", übt sich der Experte weiterhin im Unterstatement. Ein Problem der Gemeinde sei aber die grundsätzlich geringe Frequenz im Kundenkontakt und damit die Nutzung zur Verfügung gestellter Tools. "Je kleiner ein Problem in einer Gemeinde ist, desto schwerer ist es begründbar, warum sich eine E-Government-Applikation darum annehmen sollte", berichtet Haider aus eigener Erfahrung. Daher empfiehlt er, immer wieder Vorzeigeprojekte zu übernehmen und mit nur geringem Aufwand zu adaptieren. Wie groß ist das Budget in Kremsmünster für Aktivitäten in der elektronischen Verwaltung? "Das werde ich immer wieder gefragt", lacht Haider. "Wir haben dafür eigentlich kein Budget, da wir selbst entwickeln und unser Know-how zu Verwaltungs- und Technikfragen anderen zur Verfügung stellen."

Der jüngste Vorstoß ins Netz ist das Angebot der im Kabelnetz gesendeten Gemeindenachrichten als Videospots auf der Gemeindewebsite. Vor wenigen Wochen gingen die Meldungen über Aktionen, Veranstaltungen und Musikwettbewerbe aus Kremsmünster online. Moderiert werden die drei bis vier Minuten langen Zusammenschnitte von einer sympathischen Dame, die ebenso wie alle anderen Beteiligten ehrenamtlich am Projekt mitarbeitet. Gefunden hatte Haider die eloquente Sprecherin in einem Theaterseminar, das seine Frau leitet. "Ich wusste sofort, dass sie absolut in die Sprecherrolle passt." E-Government kann auch Spaß machen.

Elektronisch bezahlen. Auch das Schlagwort "Transaktion" als dritte Stufe im E-Government (nach Information und Kommunikation) gewann in Oberösterreich echte Bedeutung. Mit der Einführung der digitalen Signatur Anfang 2006 wurde begonnen, Gebührenvorschreibungen über das Bürgerportal zu verschicken. Dank der Unterschrift ermächtigt die elektronische Rechnungslegung Unternehmen zum Vorsteuerabzug. Ein halbes Jahr zuvor konnten die Nutzer des Bürgerportals mittels integrierter Zahlungsmöglichkeiten über den Bankenstandard EPS direkt mit dem Onlinebanking-Konto verbunden werden. Amtsleiter Reinhard Haider wurde im Vorjahr von der Wirtschaftskammer Österreich als "Amtsmanager 2006" für dieses Projekt ausgezeichnet.

Es war nicht der erste Preis für Haider, auch nicht der erste, der ihm von der Wirtschaftskammer verliehen wurde: Fünf Jahre davor wurde er von den oberösterreichischen WK-Granden bereits gewürdigt. Das Preisgeld reinvestierte Haider prompt in die Computerausbildung seiner Gemeindemitarbeiter. E-Government heißt also auch: Weiterbildung und Sportsgeist.

MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON: Report.at

Alle Rechte vorbehalten © Report

Links

Wikipedia

Die letzten 10 Meldungen aus dem Ressort Politik

nach oben Zurück
Sie sind hier: Startseite / Politik / Barrierefrei – Kremsmünster ...
Valid XHTMLValid CSSredaktion@blindnews.eucreated by Goerdes