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Arnsberg – grau grau grau sind alle deine Farben

03.05.2007 11:09:57

von Andreas Goerdes

ARNSBERG (BlindNews) Tabasco-scharfe Kritik übte Herbert Kleine-Wolter an die Baupolitik der Stadt Arnsberg. Der "Westfalenpost" gegenüber kritisierte der Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins Arnsberg-Sundern, nicht nur die finanzpolitische Mitnahmementalität der Stadtverwaltung, sondern auch die Ignoranz der gesetzlich normierten Barrierefreiheit.

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"Die Stadt Arnsberg, das muss man leider sagen, wird bei Bauprojekten nur in unserem Interesse aktiv, wenn Landesmittel fließen. Weil in diesen Fällen eine Einverständniserklärung der Behinderteninteressen-Vertretung erforderlich ist. Werden aber nur Eigen- und Anliegermittel verwendet, interessieren unsere Belange nicht.", äußerte der 50-jährige der Zeitung gegenüber.

Vor dem Umbau der Fußgängerzone im Stadtteil Neheim, berichtete Kleine-Wolter, haben Gespräche mit der Stadtverwaltung stattgefunden, um die belange Behinderter bei der Neugestaltung zu berücksichtigen. "Doch letztendlich standen dann gestalterische Aspekte im Vordergrund. Es ist alles grau in grau, ohne große, aber für uns wichtige Kontraste", ärgert sich der Vorsitzende.

So unterscheiden sich Lieferspur und Ladezonen und der für Passanten gedachte Bereich nur durch Grauabstufungen. Laut Kleine-Wolter fehlt auch eine tastbare Bodenmarkierung, die blinden Menschen anzeigt, wo die Anlieferspur beginnt.

Dem Bericht der "Westfalenpost" zu folge, wurden nicht nur Pflasterung im tristem Grau gehalten, sondern Ruhebänke, Absperrpfosten und Spielgeräte ebenfalls. Eine Abweichung der städtischen Graufärbung sind die Pfosten und Absperrketten im Bereich Aldi am Schützenhof. "Die dunkelblauen Pfosten und Absperrketten sind kaum zu erkennen", bemängelt jedoch der Vorsitzende des Blindenvereins.

Die Vorwürfe Kleine-Wolters weist die Sprecherin derStadtverwaltung, Dr. Kathrin Henneke jedoch zurück: "Wir berücksichtigen grundsätzlich alle entsprechenden Vorschriften. Weil uns die Belange der behinderten Mitbürger einfach am Herzen liegen". Im Vorfeld der Umgestaltung habe es Gespräche mit den Behindertenverbänden gegeben, bei denen allen Beteiligten klar gewesen sei, dass die Lösung nur in einem Kompromiss zwischen Gestaltung und Barrierefreiheit liegen konnte, argumentierte Kathrin Henneke in der "Westfalenpost".

Henneke: "Die einen wollen glatte Flächen, die anderen Rillen und Kanten." Da bleibe nur der Kompromiss." Den ungeschickten Versuch Kathrin Hennekes , Rollstuhlfahrer und Sehbehinderte gegeneinander auszuspielen , nahm Kleine-Wolter fachwissend unter Beschuss.
Denn im Kreuzungsbereich Apothekerstr./Oberstraße und Apothekerstr./Karlstraße (Fischgasse), so berichtet der Vorsitzende des Blindenvereins, gäbe es ein Blindenleitsystem mit Rillenplatten.

Gut durchdachte Bodenleitsysteme stellen in der Regel keine Behinderung für Rollstuhlfahrer oder gehbehinderte Menschen dar. In vielen Städten wurden solche Systeme schon erfolgreich zweckmäßig integriert. Die Arnsberger Stadtplaner scheinen jedoch ihr Blindenleitsystem sinnentleert zu haben. Denn, darf man den Ausführungen Kleine-Wolters glauben, sind die RillenplattenIm Bogen, anstatt im rechtem Winkel verlegt. Das birgt erhebliche Gefahren, führt der Kritiker weiter aus: "Denn so besteht die Gefahr, dass Betroffene nicht geradeaus gehen, sondern direkt in die Kreuzung hineinlaufen."

Das die Bodenplatten falsch verlegt sind, habe man inzwischen erkannt und man arbeite auch an einer Lösung des Poblems, räumte die Sprecherin der Stadt ein. Mit der Rücksetzung der schlecht sichtbaren Fahrradständer in dem problematischem Kreuzungsbereich habe man bereits begonnen, versicherte Kathrin Henneke der Zeitung.

Im Kritikpunkt Fußgängerzone bleibt die Stadtverwaltung jedoch hartnäckig auf ihrer Linie und wiegelt mit dem Argument ab, dass es ein erforderlicher Kompromiss zwischen Gestaltung und Barrierefreiheit sei. Das die Bodenkontraste in der Fußgängerzone nicht besonders deutlich seien, räumte die Sprecherin der Stadt Arnsberg ein. Warum die Bänke, Laternen, Spielgeräte und Pfosten der Fußgängerzone ebenfalls in grau gehalten sind, bleibt unbeantwortet. In ihrer Stellungnahme hieß es lediglich, das solch eine Möblierung für eine Fußgängerzone unverzichtbar sei. Henneke: "aber dies ist eben das klassische Beispiel eines erforderlichen Kompromisses zwischen Gestaltung und Barrierefreiheit. Es gibt vor den Geschäften einen zwei Meter breiten Freiraum, dann den Möblierungstreifen und den freien Mittelstreifen."

Das die Geschäftsinhaber den 2 Meter schmalen Streifen mit Ständern und Boxen zustellen, dafür könne die Stadt Arnsberg nichts, erläuterte Kathrin Henneke. "Wir setzen dabei auf Kooperation, weil keine Ortssatzung besteht. Aber wiersind optimistisch.", denn die Stadt appeliert an die Vernunft der Geschäftsinhaber, das diese auf die Stellflächen vor den Ladenlokalen verzichten.

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