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Gegendarstellung: Politisches Gerangel um Hörbuchausleihe

13.06.2007 10:42:08

von Michael Glüber

(PETERSBERG) Am 01. Juni 2007 veröffentlichte BlindNews einen Beitrag über die parlamentarische Abstimmung zur Hörbuchausleihe in Petersberg mit dem Titel "Politisches Gerangel um Hörbuchausleihe". Michael Glüber (SPD), der in diesem Artikel von BlindNews zitiert wurde, hat der Redaktion seine Gegendarstellung zugesand. Nachstehend veröffentlichen wir diese.

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GEGENDARSTELLUNG VON: Michael Glüber (Gemeindevertreter der SPD-Fraktion in Petersberg)

in ihrer online-Ausgabe der Blindennews vom 01.06.2007 "interpretiert" einer ihrer Mitarbeiter den Artikel der Fuldaer Zeitung zum "Politischen Gerangel um Hörbuchausleihe". Dazu möchte ich als persönlich zitierter Gemeindevertreter der SPD-Fraktion einige Anmerkung machen:

1. Die SPD-Fraktion war nicht "naturgemäß" gegen den Antrag der CDU, sondern aus inhaltlichen Gründen. Unsere Argumentation war mit einem aktiven Mitglied des Fuldaer Blindenbundes abgestimmt und gründete sich ausschließlich auf an den Bedürfnissen blinder und sehbehinderter Menschen orientierten Fakten, die so den Gemeindevertretern der CDU-Fraktion nicht bekannt waren, auch nicht wenn der Ideengeber selbst von einer starken Sehbehinderung betroffen ist.
2. Die Diskussion verlief äußerst sachlich, mit abschließendem persönlichen Gespräch zwischen mir und dem "Ideengeber", Herrn Werthmüller.
3. Unser Antrag war es, den Kauf von Hörbüchern im Fachausschuss zu beraten und nicht überstürzt ohne Hintergrundinformationen zu handeln. Dies wurde von der Mehrheitsfraktion CDU abgelehnt, weil die Auffassung bestand, den eigenen Antrag ohne weitere Fachberatung durchziehen zu können. Das haben wir dann abschließend abgelehnt. Zum besseren Verständnis der Günde habe ich Ihnen meinen Redebeitrag beigefügt.
4. Hauptargument war es, dass eine kleine Anzahl von 10-20 marktüblichen (nicht blindengerechten!) Hörbüchern kein sinnvolles Angebot für blinde und sehbehinderte Menschen darstellt. Stattdessen hätten wir eine weitreichende Information und Hilfe für ortsansässige Nachfrager zur Nutzung der Blinden- und Hörbüchereien befürwortet.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen die Intention unseres Engagements "in der kleinen hessischen Gem,einde Petersberg" ein wenig verdeutlicht zu haben.

REDEBEITRAG

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren,

was die Anschaffung von Hörbüchern für die Gemeindebücherei Petersberg betrifft möchte ich höflichst die Rücküberweisung des Antrages in den entsprechenden Fachausschuss beantragen.

In einem Gespräch mit meinem stark sehbehinderten Kollegen, der übrigens auch aktives Mitglied im örtlichen Blindenbund ist – wurden mir folgende inhaltliche Informationen erläutert:

1. Blinde und sehbehinderte Menschen greifen auf spezielle Hörliteratur zurück, die nicht gekürzt ist und spezielle Kommentare – die sich sonst z.B. auf dem Umschlag eines Buches befinden – beinhalten. Die typischen im Handel befindlichen, z.Zt. im Trend liegenden Hörbücher sind also für diese Zielgruppe nicht ausreichend.
2. Blinde und sehbehinderte Menschen sind auf eine Vielzahl von Literatur angewiesen. Eine kleine Bibliotheksauswahl von vielleicht 10-20 Exemplaren ist nicht ausreichend. Die Gemeinden müssten deshalb wesentlich größere Investitionen tätigen und deshalb greifen blinde Menschen
3. auf die Angebote der deutschen Hörbüchereien zurück. Dort existiert ein umfangreiches Literaturangebot. Der Verleih ist als Nachteilsausgleich kostenlos. Der Versand mit der deutschen Post geschieht ebenfalls kostenfrei, sodass für blinde und sehbehinderte Menschen ein umfangreicher Nachteilsausgleich existiert.

Aus meiner ganz persönlichen Sicht – da ich auch tagtäglich mit diesen Fragen zu tun habe – würde ich empfehlen, kein Kosten intensives Parallelangebot aufzubauen und vielmehr bei Anfragen an die Gemeinde in Richtung der beschriebenen Möglichkeiten zu beraten. Städte wie Frankfurt am Main haben aus diesem Grund ihre Hörbücherbestände für blinde und sehbehinderte Menschen bereits den deutschen Hörbüchereien zur Verfügung gestellt. Für ältere MitbürgerInnen deren Sehvermögen nachlässt, gibt es nach Informationen der Petersberger Bücherei bereits Literatur in Großschrift. Allerdings könnte dieses sensible Thema im Ausschuss noch einmal entsprechend beraten werden. Sicherlich ist es sinnvoll, einen Vertreter des hiesigen Blindenbundes in Fulda dazu einzuladen.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

REDAKTIONELLER HINWEIS

Die obige Gegendarstellung wurde als Originaltext übernommen. Gegendarstellungen müssen laut dem Mediengesetz veröffentlicht werden und dürfen nicht verändert werden.

Alle Rechte vorbehalten © BlindNews

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