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Bayern muss blinde Frau zum Schulreferendariat zulassen

27.07.2007 08:08:46

von Andreas Goerdes

MÜNCHEN (BlindNews) Nach ihrem Studium verweigerte das bayrische Kultusministerium der blinden Münchnerin Bettina Koletnig auf Grund ihrer Behinderung die Zulassung zum Referendariat. Für die ablehnende Haltung des bayrischen Freistaates der 31-jährigen gegenüber zeigte das Münchner Verwaltungsgericht kein Verständnis.

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Das Gericht entschied am Dienstag, dass die 31-jährige zum nächstmöglichen Termin für den Gymnasiallehrer-Vorbereitungsdienst zugelassen werden muss. Ein Gerichtssprecher erklärte dem Deutschen Depeschendienst (ddp) gegenüber, das die Argumentation der Vertreter des Kultusministeriums unzulässig sei. Diese waren der Auffassung, dass eine blinde Lehrerin schlecht Klausuren korrigieren oder Aufsicht führen könne.

"Nach erfolgreich abgeschlossenem ersten Staatsexamen hat jeder einen Anspruch auf Übernahme in das Lehramtreferendariat", begründete der Gerichtssprecher das Urteil. Grundlage dafür sei der Artikel 12 des Grundgesetzes auf Berufsfreiheit. Das Ausbildungsmonopol für die lehrer-Ausbildung liegt beim Freistaat Bayern, erklärte der Gerichssprecher gegenüber dem Deutschen Depeschendienst. Würde die Frau an einer Privatschule unterrichten, bräuchte sie das zweite Staatsexamen. Dies könne sie jedoch nur dann ablegen, wenn sie für das zweijährige Referendariat zugelassen wird.

Ob sich Bettina Koletnig und ihr ebenfalls blinder Anwalt über die Entscheidung des Münchner Verwaltungsgerichts freuen dürfen, bleibt abzuwarten. Der Freistaat Bayern wird möglicherweise in Berufung gehen und in zweiter Instanz das Urteil prüfen lassen.

Der Anwalt der Klägerin, Michael Richter, der mit der Geschäftsführung des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) beauftragt ist, steht der eventuellen Berufung gelassen gegenüber. Seiner Ansicht nach sei das Urteil so eindeutig, dass ein Berufungsverfahren keine Aussicht auf Erfolg hat. Der Anwalt, so meldet die Nachrichtenagentur DDP, bezeichnet die Haltung der Staatsregierung als "nette Diskriminierung". Die ablehnende Haltung der Beamten, so die Auffassung von Michael Richter, sei nicht im bösartigem Sinne zu verstehen. "Sie können sich schlichtweg nicht vorstellen, dass ein Blinder das schafft."

Klaus Wenzel, Vorsitzender des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) begrüßte das Urteil. Die Bedenken des Kultusministeriums teilt er nicht: "Das ist alles machbar", so seine Überzeugung.

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