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"Geht nicht, gibt's nicht!"

27.04.2007 11:30:04

von Andrea Rothfuß

STUTTGART – Trotz Sehbehinderung wollen Stuttgarter Jugendliche ihre Freizeit kreativ und abwechslungsreich gestalten - Auch Billard steht auf dem Plan.

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Billard spielen, klettern oder zum VfB ins Daimlerstadion - was andere können, wollen sich sehbehinderte Jugendliche nicht nehmen lassen. Auch wenn es auf den ersten Blick utopisch erscheint.

S-WEST - 15 junge Leute versammeln sich um die grünen Tische im Billardsaal des CafésCarambolage in der Rotebühlstraße. Zu Beginn ihres ersten Billard-Trainings lauschen sie gespannt den Ausführungen der beiden Trainer Michael und Stephan Mohr des Billardclubs Feuersee.

Es geht um die richtige Körperhaltung, über die korrekte Handhabung des Queues, den Gebrauch der Kreide und andere Details aus der Welt des Billardspiels. Soweit alles ganz normal. Doch mancher Blick der Teilnehmer schweift suchend und unruhig über die grüne Fläche der Tische.

Für die Gruppe ist es nicht einfach, den Lauf der Kugeln zu verfolgen, zu unterscheiden, ob auf die "Vollen" oder die "Halben" gespielt wird, zu spüren, wo in etwa die Bande kommt. Es ist schon schwierig genug, auf die Haltung der eigenen Arme und die Stellung der Beine zu achten.

Die jungen Billardfreaks sind blinde und sehbehinderte Auszubildende des Berufsbildungswerks Stuttgart der Nikolauspflege. Ermöglicht wird den Jugendlichen dieses Training durch das von der Landesstiftung Baden-Württemberg geförderte Projekt "Augen-Blick mal!" Im Herbst 2006 startete das Projekt als eines von 14 geförderten Projekten für behinderte Menschen. "Die Förderung ermöglicht uns die Kür unseres Bildungsauftrags, indem neben der Ausbildung die gesellschaftliche Teilhabe, die Förderung von Integration und sozialer Kompetenzen keinen geringeren Stellenwert einnehmen sollen", so Projektleiter Frank Salzer.

Solche Angebote seien allein mit den Mitteln der öffentlichen Leistungsträger nicht zu machen."Wir wollen blinden und sehbehinderten Auszubildenden der Nikolauspflege, die in Wohngruppen des Stadtgebiets leben, kreative Freizeitgestaltung ermöglichen.

Persönliche Begleitung und finanzielle Unterstützung bieten sowie Menschen mit und ohne Behinderungen in Kontakt bringen", erklärt Projektmitarbeiter Felix Neher. Ein Hauptziel des Projekts ist die Förderung der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung von Menschen mit Behinderung. Als wichtige politische Aufgabe soll damit ein Beitrag zur gesellschaftlichen Integration von Menschen mit Behinderung geleistet werden.

Neben solchen Freizeitangeboten gehören auch eine realistische Zukunftsplanung und Entwicklung von Handlungsstrategien für die berufliche Zukunft. Und nicht zuletzt der Kontakt zu nicht behinderten Menschen durch Kooperationen mit Schulen, Vereinen und Institutionen. "Unser Projekt soll helfen, Selbstsicherheit zu gewinnen und Mut machen, Dinge auszuprobieren, die vielleicht erst einmal utopisch scheinen", so Neher weiter.

Bis zum Projektende im Sommer 2008 ist noch viel Zeit für Experimente und scheinbar unüberwindliche Herausforderungen für blinde und sehbehinderte junge Auszubildende, denn "geht nicht, gibt's nicht" sagt Felix Neher. Bei allen Angeboten,sind ehrenamtliche Helfer willkommen.

Informationen bei Felix Neher unter Telefon 0162 /254 71 95 oder per Fax an: 6 56 42 54 erhältlich.

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