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Begegnung im Dunkel – Auf dem Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne

31.05.2007 09:40:46

NÜRNBERG (Pressemitteilung) 1997 hatten der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB), die Blindeninstitutsstiftung in Rückersdorf und das Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte in Nürnberg vor, die Auswirkungen des Sehverlusts verstärkt öffentlich zu machen. Geschehen sollte das im Sommer 1998, und Anlass war der XXXII. Kongress der Blinden- und SehbehindertenpädagogInnen in der Stadt.

Freizeittip: Ein außergewöhnliches Abendessen im Dunkeln bietet das Dinner in the dark im Dunkelrestaurant in Wien

Die Dunkelstationen im Hirsvogelbunker besuchten im ersten Jahr 24500 Menschen. Das Erfahrungsfeld zählte 1998 insgesamt 53000 Besucher. Vom BBSB in München kam das Signal: Weitermachen!

Schon Hugo Kükelhaus, der Initiator der Erfahrungsfelder, wusste um den Wert des "Begreifens" ohne hinzusehen und um die Veränderung der Kommunikation und der Raumerfahrung, eingehüllt in eine undurchdringliche Dunkelheit. Selbst vertraute Gegenstände offenbaren unbeachtete Qualitäten, der Raum scheint keinen Anfang und kein Ende zu haben, Menschen scheinen nur aus Stimme zu bestehen. Selbst nicht gesehen zu werden ist durchaus reizvoll.

Die eigene Dunkelerfahrung macht sensibel für blinde Menschen, die sich selbst bei strahlendem Sonnenschein in völliger Dunkelheit oder in einem undurchdringlichen Nebel bewegen. Für die einen ist völlige Dunkelheit eine gewollte und vorübergehende Ausnahmesituation, für die anderen die ungewollte Normalität.

Zum Dunkelteam des BBSB auf dem Erfahrungsfeld, das rund 25 MitarbeiterInnen umfasst, gehören überwiegend blinde oder doch sehr stark sehbehinderte Menschen. Zehn von ihnen sind von Anfang an dabei. Wenn man sie nach ihrer Motivation für diese rein ehrenamtliche Arbeit fragt, lautet die Antwort: Da drin bin ich auch einmal der Überlegene, und das ist schön. Im Empfangsbereich arbeiten selbstverständlich Menschen, die voll oder doch noch so gut sehen, dass sie den Besucherstrom in die richtigen Bahnen leiten können. Zum Team gehören aber auch voll sehende MitarbeiterInnen, die ehrenamtlich Führungen durch den Dunkelgang machen können.

Gewinner sind sowohl die Besucher der Dunkelstationen als auch die blinden und sehbehinderten Menschen in der Region. Sie haben die Chance, mehr und mehr auf dunkelerfahrene Mitmenschen zu treffen, die einfach einen Blick für "Dunkelgänger" haben.

355000 Menschen ließen sich in den zurückliegenden neun Jahren bereits "eindunkeln". Wenn alles gut läuft, kommt der 400000ste noch bis zum 9. September vorbei.

Partnerschaften sind dann erfolgreich, wenn beide Seiten wissen, was sie aneinander haben. Der BBSB wäre allein niemals auf die hohe Akzeptanz gestoßen, und das Erfahrungsfeld hätte ohne den BBSB ein Highlight weniger. Beide Partner wollen die Erfolgsgeschichte gemeinsam weiterschreiben.

Obwohl die Stadt die Raumkosten für den Hirsvogelbunker und einen Teil der Sachkosten trägt, hat der BBSB rund 50000 € je Saison aufzubringen. Ohne die Förderung von dritter Seite wäre das jedoch unmöglich. So unterstützen die PSD Bank Nürnberg eG, die HypoVereinsbank in München, die Eduard Haffner Stiftung, die Marie Hack Stiftung, die Georg und Hanne Zimmermann Stiftung, die Kröner Stiftung und die Globus Vermögensverwaltung und Vertriebs GmbH das Dunkelprojekt. Auch die Bundesagentur für Arbeit und die Arge Nürnberg waren und sind dabei.

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Informationsquelle: Bayrischer Blinden- und Sehbehindertenbund

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