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Wirtschaftsjunioren zu Gast im BFW Würzburg

16.07.2007 07:57:29

VEITSHÖCHHEIM(ots) Wie ist es, von heute auf morgen nichts mehr zu sehen? Und wie geht es später beruflich weiter? Mit diesen Fragen befassten sich die Würzburger Wirtschaftsjunioren (WJ) bei ihrem Besuch im Berufsförderungswerk (BFW) Würzburg. In der Bildungseinrichtung erhalten zur Zeit über 200 blinde und sehbehinderte Erwachsene neue berufliche Perspektiven. Um den WJ die Probleme von blinden Menschen näher zu bringen, wurden die Gäste durch Schwarzbrillen kurzfristig "blind gemacht" und durch das BFW geführt.

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"Man nimmt Bodenbeläge, Gerüche und Geräusche viel stärker wahr", so die Erkenntnis von Sabine Wieler, Leiterin des Arbeitskreises Wirtschaft und Politik, nachdem sie die Schwarzbrille wieder abnimmt. Ähnlich sind die Eindrücke ihrer WJ-Kollegen. "Ohne sehende Hilfe wäre ich beim Rundgang völlig aufgeschmissen gewesen" gibt WJ-Mitglied Dirk Raab zu. Um so beeindruckender ist es, dass sich die blinden BFW-Teilnehmer wie selbstverständlich über das Gelände des Bildungszentrums bewegen. "Nach 80 bis 100 Stunden Mobilitätstraining könnten Sie sich alle orientieren und gefahrlos mit dem Langstock nach Hause gehen" erläutert BFW-Mobilitätslehrer Guy Frachet den Besuchern sein Aufgabengebiet. Er und zwei Kollegen sorgen dafür, dass die blinden BFW-Teilnehmer am Langstock ausgebildet werden und wieder selbstständig und ohne fremde Hilfe ihrer Wege gehen können. "Das gilt natürlich auch für die Strecke zum Arbeitsplatz", ergänzt der gebürtige Franzose im Hinblick auf die berufliche Wiedereingliederung, die Hauptaufgabe des BFW.

Grundvoraussetzung für die erfolgreiche berufliche Wiedereingliederung von Blinden ist das Erlernen der Punktschrift. Beim Besuch eines Punktschriftkurses des BFW zeigten sich die WJ erstaunt vom Geschick und der Geschwindigkeit, mit der die Teilnehmer die Punktschrift auf Papier oder am PC auf der Braille-Zeile lesen. "Wir bilden im BFW unter anderem Informatikkaufleute, Verwaltungsfachangestellte und Bürokaufleute aus", erklären Elsbeth Hamberger und Christine Jordan vom Arbeitsmarktservice (AMS) des BFW. Sie haben die Aufgabe, die blinden und sehbehinderten BFW-Teilnehmer bei der nicht immer leichten Bewerbungsphase zu unterstützen. "Leider gibt es bei Arbeitgebern immer noch Vorbehalte, was die Leistungsfähigkeit unserer Teilnehmer angeht" so die beiden AMS-Mitarbeiterinnen. Für die WJ-Führungskräfte wird das nicht mehr zutreffen. Sie konnten sich im BFW ein eindrucksvolles Bild vom Potential der BFW-Teilnehmer machen.

Der gelernte Einzelhandelskaufmann Frank Kopp, der nach seiner Erblindung im BFW eine zweijährige Ausbildung zum Informatikkaufmann absolviert, brachte es beim Kursbesuch der WJ noch mal mit Humor auf den Punkt: "Zu Ihrer Info: Wir sind blind, aber sonst ganz normal."

Alle Rechte vorbehalten © BlindNews

Informationsquelle: Berufsförderungswerk Würzburg

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