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"Menschen mit Behinderungen sind besonders motiviert"

18.09.2007 11:09:28

FRANKFURT AM MAIN (ots) Die Eingliederung von Menschen mit Behinderungen in das Berufsleben ist eine wichtige

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gesellschaftliche Aufgabe, der sich auch die Stadt Frankfurt am Main als öffentlicher Arbeitgeber angenommen hat: "Gesetzlich vorgeschrieben ist eine

Beschäftigungsquote von Menschen mit Schwerbehinderungen in Höhe von fünf Prozent der Beschäftigten, auferlegt hat sich die Stadt sieben Prozent - letztlich

beschäftigt die Stadtverwaltung aber sogar zehn Prozent Menschen mit einer Schwerbehinderung", erklärt Schwerbehindertengesamtvertrauensfrau Gabriele

Neuß-Temme.

Einer dieser Mitarbeiter ist der von Geburt an blinde Peter Lieder. Er ist im Standesamt

zuständig für die Bürgeranfragen, sitzt also an einer wichtigen Schnittstelle der Bürgerkommunikation. Am Computer leitet er Bürgeranfragen weiter und

bearbeitet sie, außerdem führt er die Amtsstatistik. Vor einigen Wochen ist der 47-Jährige noch einmal am Rechner geschult worden. Denn in Zukunft soll er

sich auch um weitere Aufträge, etwa die Bestellung von Urkunden per E-Mail kümmern. "Er hat eine sehr gute Auffassungsgabe und ist sehr begabt für die

Computertätigkeiten", meint Standesamtsleiter Peter Dommermuth.

"In meinen ersten Jahren bei der Stadt schrieb ich Briefe nach Diktat und wickelte den

gesamten Telefonverkehr mit den Kunden des Standesamtes ab", erklärt der gelernte Bürogehilfe. "Genauer gesagt, vermittelte ich die ankommenden Gespräche an die

betreffenden Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter weiter und beriet die Kunden im Bereich Urkundenbestellungen – auch mit Rückrufen." Dann aber

verschlechterte sich auch sein Gehör dramatisch und er war schon früh gezwungen, per E-Mail mit der Außenwelt zu kommunizieren. So entwickelte er die

notwendigen Fähigkeiten für seinen Arbeitsplatz am Computer. Seine schon beschriebene Auffassungsgabe, sein Talent für das Medium und ein paar Hilfsmittel –

eine Sprachausgabe, eine so genannte Braillezeile in Blindenschrift, sowie ein Blindenschriftdrucker – geben ihm die Möglichkeit, als ebenso motivierte wie

produktive Kraft am Arbeitsleben teilzunehmen.

Peter Lieder ist geradezu ein lebendiges Plädoyer an die Arbeitgeber, behinderte Menschen in

den Arbeitsprozess einzugliedern. "Menschen wie Peter Lieder sind hochmotiviert", erklärt Schwerbehindertenvertreterin Gabriele Neuß-Temme. Und

Standesamtsleiter Peter Dommermuth ergänzt: "Er übernimmt für uns wichtige Aufgaben, die er stets effektiv und kompetent bearbeitet. Wir freuen uns sehr, ihn bei uns

zu haben." Die Stadtverwaltung investiert gerne in produktive weil motivierte Mitarbeiter: Sie rüstet die Arbeitsplätze behindertengerecht aus und sorgt

für die erforderlichen Schulungsmaßnahmen, auch mit Fördermitteln des Landeswohlfahrtsverbands.

Peter Lieder indessen ist "sehr zufrieden" mit seinem Arbeitsplatz und dankt für die

Unterstützung im Amt und vom Arbeitgeber: "So etwas ist heute nicht selbstverständlich. Da sollte man als Behinderter darauf achten, dieses soziale und

kollegiale Engagement mit der bestmöglichen Leistung, die man zu erbringen im Stande ist, so gut wie möglich auszugleichen."

Alle Rechte vorbehalten © BlindNews

Informationsquelle: Stadt Frankfurt

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