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Behinderungen im Straßenverkehr für blinde Menschen könnten vermieden werden

25.10.2007 08:10:12

INNSBRUCK (ots) Tagtäglich werden blinde und sehbehinderte Verkehrsteilnehmer behindert: Wild geparkte Fahrräder, verstellte Leitlinien, ungesicherte Baustellen oder Blindenampeln die von Zeitungsständern oder Wahlplakaten verhängt sind – Das alles sind Hürden, die für blinde Menschen nicht nur unüberwindbar, sondern mit unter auch lebensgefährlich sein können. Durch das richtige Verhalten jedes einzelnen, können sie aber vermieden werden. Stadträtin Dr. Marie-Luise Pokorny-Reitter, Stadtrat Dipl.-HTL-Ing. Walter Peer und der TBSV Verkehrsreferent Dietmar Graff zeigten am heutigen Mittwoch mit blinden Statisten und selbst unter der Dunkelbrille in einem Hindernisparcour in der Maria-Theresienstraße auf was Teilnehmer im Straßenverkehr achten sollten.

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Innsbruck – Die Stadt mit den meisten Blindenampeln in Österreich

In keiner Stadt in Österreich gibt es, prozentual auf die Einwohnerzahl gerechnet, so viele Blindenampeln, wie in Innsbruck. "Wir haben rund 150 Anlagen in unserer Landeshauptstadt, die akustisch und taktil den blinden Menschen sagen, wann es rot oder grün ist", erklärt Dietmar Graff, Verkehrsreferent des Tiroler Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes (TBSV). Immer wieder werden diese speziellen Ampeln, die Menschen ohne Sehrest eine sichere Straßenüberquerung ermöglichen, mit Zeitungsständern oder Wahlplakaten verhängt. Der blinde Fußgänger kann dann die Ampel nicht mehr erreichen und muss sich beim Überqueren der Straße auf sein Gehör verlassen. "Dadurch steigt die Unfallgefahr", weiß Graff. Für den vollblinden Innsbrucker sind aber auch die verstellten Leitlinien ein großes Problem. "Rund zehn Kilometer Leitlinien liegen in ganz Innsbruck. Oft renne ich mit meinem Stock aber in ein Hindernis, wie einen Gastgartentisch oder ein Fahrrad." Auf Grund von Umfragen weiß man beim TBSV das viele Menschen diese Leitlinien zum Beispiel für Kunstwerke halten und nicht wissen wie wichtig sie für die sichere Orientierung von blinden Menschen sind. In den Rillenplatten können Drahtesel noch dazu sicher stehen ohne umzufallen. Unwissenheit führt so häufig zu massiven Behinderungen blinder Menschen. Ein weiteres großes Problem sind Baustellen. "Hier wird häufig nicht an die richtige Absicherung gedacht", erklärt Graff. "Viele Baustellen sind nur mit einem dehnbaren Flatterband abgesichert, welches für blinde Menschen mit dem Stock nicht tastbar ist." Dabei kann es zu gefährlichen Unfällen kommen. "Ich bin selbst schon mal in ein mehrere Meter tiefe Baugrube gefallen." Dieser Unfall endete glücklicherweise nur mit ein paar blauen Flecken. Ein Bauzaun würde hier Abhilfe schaffen.

"Bitte nehmt mehr Rücksicht und denkt an die blinden Menschen!"

Angesichts dieser Problemfelder haben Stadträtin Dr. Marie-Luise Pokorny-Reitter, Stadtrat Dipl.-HTL-Ing. Walter Peer und der TBSV Verkehrsreferent Dietmar Graff eine wichtige Botschaft für die Tiroler Bevölkerung: "Bitte nehmt mehr Rücksicht und denkt im öffentlichen Verkehr auch an die blinden Menschen!" Anlass für diese Demo-Aktion in der Mariatheresienstraße war der internationale Tag des weißen Stockes am 15. Oktober, der 1969 von der UNO ins Leben gerufen wurde. Weltweit machen Blindenorganisationen in diesem Monat besonders auf die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen aufmerksam.

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Informationsquelle: Tiroler Blinden- und Sehbehindertenverband

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