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Louis Braille und seine 6 Punkte gehören zum BFW-Alltag

04.01.2009 00:00:00

von Marcus Meier

VEITSHÖCHHEIM (bfw/BlindNews) 6 - 64 - 80. Diese drei Zahlen kennen die blinden Teilnehmer des Berufsförderungswerkes (BFW) Würzburg aus dem Effeff. Denn bei der Ziffernkombination 6 - 64 - 80 denken Blinde an die vom Franzosen Louis Braille entwickelte Punktschrift. Auf 6 Punkten, angeordnet wie die Zahl sechs auf einem Würfel, basiert seine weltweit eingesetzte Blindenschrift. 64 verschiedene Kombinationen sind mit den sechs Punkten möglich. Und 80 Zeichen bildet die nach ihm benannte Braillezeile ab, mit der die BFW-Rehabilitanden heute wie selbstverständlich am Computer arbeiten. Am 4. Januar 2009 wäre Louis Braille 200 Jahre alt geworden. BFW-Teilnehmer bilden Braille-Buchstaben nach

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"Ohne die Punktschrift wären wir Blinden aufgeschmissen", betont Leonhardt Bufler, der sich am BFW Würzburg zur Zeit auf seine Ausbildung zum Physiotherapeuten vorbereitet. Über 50 Erwachsene aus dem gesamten Bundesgebiet eignen sich in dem Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte jedes Jahr die Punktschrift an. Damit ist das BFW Würzburg eine der ersten Adressen, wenn es darum geht, als Erwachsener die Blindenschrift zu erlernen. Die meisten der BFW-Rehabilitanden waren normalsichtig und mitten im Berufsleben, bevor die Augen nicht mehr mitspielten. Am BFW in Veitshöchheim erarbeiten sie sich neue berufliche Perspektiven und absolvieren Berufsausbildungen wie Fachinformatiker oder Verwaltungsfachangestellter. Am Ende der BFW-Ausbildung steht die ganz normale IHK-Prüfung, die - ohne großes Aufhebens - natürlich in Punktschrift und mit Braillezeile am PC absolviert wird. Anschließend geht es darum, wieder beruflich Fuß zu fassen.

"Ohne die sagenhafte Entwicklung von Louis Braille wären blinde Menschen nicht in der Lage, zu lesen und zu schreiben, an Wissen und Bildung teilzunehmen" gibt der 21-Jährige Leonhardt Bufler einen Einblick in die Dimension, die die Punktschrift für Nichtsehende hat. Und legt ein ganz konkretes Beispiel nach: "Als ich einige Monate nach meiner Erblindung mit meinen Fingern ein Buch lesen konnte, war das ein großer Schritt zurück ins Leben", verdeutlicht der gebürtige Nürnberger. "Heute surfe ich im Internet, schreibe E-Mails und kann lediglich Grafiken und Fotos nicht auf der Braillezeile ertasten", sagt der angehende Physiotherapeut und ergänzt: "Die Punktschrift ist für mich von unschätzbarem Wert."

Louis Braille erlebte den weltweiten Siegeszug seiner 1825 ersonnenen Entwicklung nicht mehr mit. Als die Punktschrift 1854 an den französischen Blindenschulen offiziell eingeführt wurde, war ihr genialer Erfinder schon zwei Jahre tot. Heute, rund 150 Jahre später, haben sich seine sechs Punkte weltweit in allen Schriftsprachen durchgesetzt.

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