Domainfactory: Eigene Domain, Webspace, Webhosting, Domainparking, E-Mailadresse mit eigener Top Level Domain.
Sie sind hier: Startseite / Vermischtes / 200. Geburtstag von ...

200. Geburtstag von Louis Braille

04.01.2009 00:00:00

BENSHEIM (CBM/BlindNews) Ein fröhliches achtjähriges Mädchen sitzt in seiner blau-weißen Schuluniform in einem Klassenzimmer. Mit ihm sitzen viele andere Kinder der ersten und zweiten Klasse an einer Schule in Coimbatore in Südindien. Konzentriert hört Ramya ihrer Lehrerin Juliet Devavasam zu. Wer Ramya sieht, erkennt nur schwer, dass etwas anders bei ihr ist, als bei den anderen Kinder der Klasse. Doch Ramya ist blind. Dass sie Zugang zu Bildung hat, verdankt sie einem Programm der CBM und einem Mann, der bereits seit mehr als 150 Jahren tot ist: Louis Braille hat die Blindenschrift erfunden, die es Ramya ermöglicht mit den Händen zu lesen. Am 4. Januar des kommenden Jahres (2009) würde er seinen 200. Geburtstag feiern. Brailleschrift unverzichtbar in der Ausbildung von Blinden

Bei der Schul- und Berufsausbildung im Blindenwesen ist die Brailleschrift eine unverzichtbare Kommunikationsvoraussetzung. Sechs Punkte bilden das Raster für 64 Kombinationsmöglichkeiten, mit denen die einzelnen Buchstaben dargestellt werden. In Europa bietet zudem die moderne Computertechnologie blinden Menschen den Zugang zu Information sowohl akustisch als auch über die Brailleschrift. Allerdings ersetzt die Technologie die Schrift nicht vollkommen. In Entwicklungsländern ist der Zugang zu Computern vielen verwehrt. Hier hat die Brailleschrift auf Papier noch eine viel größere Bedeutung. Weltweit gibt es 37 Millionen blinde Menschen, 90 Prozent davon leben in Entwicklungsländern. Louis Braille verlor sein Augenlicht, nachdem er sich mit drei Jahren in der Werkstatt seines Vaters am Auge verletzte. Das Auge entzündete sich und infizierte das zweite, bis dahin unversehrte Auge. Dies führte zur völligen Erblindung des kleinen Louis. Doch der junge Franzose wollte sich damit nicht abfinden, dass ihm der Zugang zur Schrift verschlossen bleiben sollte. Wissbegierig, wie es auch Ramya aus Südindien ist, wollte er Literatur nicht nur durch Vorlesen erfahren. Experimente eines Jugendlichen führen zur Blindenschrift Einer seiner blinden Mitschüler erzählte von einer Karte, auf der die Buchstaben durchgeprägt sind. Louis’ Blindenlehrer ließ daraufhin ebenfalls Schriftstücke prägen. Aber die Buchstaben mussten sehr hoch sein, damit sie erfühlt werden konnten. Louis Braille experimentierte die gesamten Ferien an einem Code aus Leder-Dreiecken, Quadraten und Kreisen. Aber das Ergebnis stellte ihn nicht zufrieden. Als 13-Jähriger lernte Braille die "Nachtschrift" kennen, die das Militär benutzte. Ein kompliziertes System aus Punkten und Silben. Braille vereinfachte die Schrift, indem er die Silben durch Buchstaben ersetzte und die Anzahl der Punkte von zwölf auf sechs pro Zeichen reduzierte. Mit 16 Jahren hatte er seine Blindenschrift fertiggestellt. Aber der Siegeszug der Punktschrift ließ noch auf sich warten. Erst nach seinem Tod 1852 wurde die Punktschrift in Frankreich offiziell an Blindenschulen eingeführt, in Deutschland wurde sie 1879 übernommen. Punktschrift Basis für die Arbeit der CBM Der Gründer der CBM, Pastor Ernst Jakob Christoffel, übersetzte die Braille-Schrift unter anderem ins Persische und Aserbaidschanische und lehrte sie in seinen Heimen in Malatia, Täbris und Isfahan. Auch heute basieren viele Projekte der CBM darauf, Kinder und Jugendliche durch Blindenschrift und integrative Erziehung in die Gesellschaft einzubinden und ihnen eine Zukunftsperspektive zu geben. Zukunftspläne wie sie auch Ramya hat. Das Mädchen ist froh, lernen zu dürfen, aber gleichzeitig vermisst sie ganz schrecklich ihre Mutter, die sie nur einmal im Monat sehen kann, weil die Schule weit entfernt von ihrem Heimatdorf liegt. Am liebsten möchte Ramya eines Tages selbst Lehrerin werden und in ihre Heimat zurückkehren. "Dann kann ich anderen blinden Kindern helfen", beschreibt sie in einfachen Worten ihren Traum und damit eine Vision der CBM: Wenn viele Menschen langfristig und dauerhaft helfen, kann dieses Modell auch an anderen Schulen realisiert werden. Dann erkennen Schulbehörden die Notwendigkeit, Förderlehrer einzustellen. Und dann müssen blinde Kinder wie Ramya kein Heimweh mehr haben, weil es eine Schule in ihrer Nähe gibt, in der sie lernen können.

Alle Rechte vorbehalten © BlindNews

Informationsquelle: Christoffel Blindenmission

Links

Die letzten 10 Meldungen aus dem Ressort Vermischtes

nach oben Zurück
Sie sind hier: Startseite / Vermischtes / 200. Geburtstag von ...
Valid XHTMLValid CSSredaktion@blindnews.eucreated by Goerdes